Bahnhofshinterfahrung

24. Februar 2011

Schon wieder ein hübsches Wort gelernt. Vielleicht auch eins für Grönemeyer. In Hagen soll eine Bahnhofshinterfahrung gebaut werden.

Lieber Herbert Grönemeyer…

20. Februar 2011

…gerade durfte ich Ihre Single “Schiffsverkehr” ankündigen. Wer über diesen Begriff singen kann, dem fällt bestimmt auch was zu Schwachlastzeit, Querungshilfe und Rundgarnitur ein.

Ehrliche Pressemitteilung: Fußballmuseum

25. April 2009

“Hauptsache im Ruhrgebiet” - grinsten die Vertreter von Dortmund und Gelsenkirchen in die Kameras. Ausgerechnet zwischen diesen beiden Städten, die ein ähnlich gutes Verhältnis wie Köln und Düsseldorf pflegen, sollte die Entscheidung über das DFB-Fußball-Museum fallen. Nun sagt man vor Kameras ja nicht unbedingt, dass man sich im Innersten gegenseitig nicht ausstehen kann. Also einigen sich beide im Vorfeld auf die wunderbare Formel “Hauptsache im Ruhrgebiet”. Auch wenn das natürlich keiner von beiden wirklich dachte. Klingt halt nett diplomatisch.

Nur einer tanzte aus der Reihe und machte aus seinem Herzen keine Mödergrube. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in Dortmund Frank Hengstenberg. Nach der Entscheidung für Dortmund schickte er folgenden Pressemitteilung:

DFB-Fußballmuseum kommt nach Dortmund! CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Hengstenberg euphorisch: „Das war der größte Derbysieg aller Zeiten, noch viel schöner als das Ergebnis vom 12.05.2007“. Damals hatte der BVB mit einem Sieg gegen Schalke die sicher geglaubte Meisterschaft der Gelsenkirchener noch verhindern können.

So ehrliche Statements würden wir uns doch häufiger von Politiker erhoffen. Dann wäre Politik nicht mehr so langweilig und kalkulierbar. Und wir alle würden uns vielleicht wieder ein Stück mehr für Politik interessieren.

Rundgarnitur

24. März 2009

Innerhalb weniger Minuten begegneten mir heute wieder zwei Begriffe, die einer dringenden Popularisierung bedürfen. Worte, die wir alle kennen sollten.

Rundgarnitur, die - eine Couch, die um die Ecke geht, deshalb auch “Eckcouch” genannt. Der Fachbegriff laut aber “Rundgarnitur”. Sehr hübsch, aber nichts gegen die Nummer 2: Selbstfahrende Arbeitsmachine, die - ich erlaube mir mal die Definition von Wikipedia zu zitieren. Netter kann man es einfach nicht formulieren:

“Selbstfahrende Arbeitsmaschinen (sfAM) sind Kfz mit technischen Anlagen oder Geräten, die im öffentlichen Verkehr bewegt werden, wobei der Hauptzweck der Einsatz der fest mit dem Fahrzeug verbundenen Maschine liegt und die vom Bundesverkehrsministerium als solche anerkannt (DA zum § 18 Abs. 2 StVZO) sind. Als Faustregel gilt in den meisten Fällen: Eine selbstfahrende Arbeitsmaschine verdient ihr Geld nicht auf der Straße.”

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Schwachlastzeit

9. Januar 2008

Ach, was bin ich mit meinem Adenauerschen Wortschatz gestraft. So fallen mir Worte wie “Schwachlastzeit” einfach nicht ein, wenn sie angebracht wären. Wie dankbar war ich daher, dass mein kümmerlicher Wortschatz kürzlich von einem Mitarbeiter eines ÖPNV-Unternehmens (nicht zu verwechseln mit SNPV, dem Schienen-Nahverkehr, wobei der SPNV Teil des ÖPNV sein kann) ergänzt wurde. Schon früh durfte ich in meiner journalistischen Karriere zudem das Wort “Querungshilfe” lernen. Entnommen einer Ratsvorlage aus den frühen 90ern. Dabei handelt es sich übrigens nicht um einen freundlichen jungen Mann, der Oma Kasuppke über die Straße hilft, sondern um einen Oberbegriff für Zebrastreifen und Fußgänger-Ampeln. Oder die “Beampelung” wie ich es immer wieder gern in Polizeiberichten lese: “Wegen der Nicht-Beachtung der Beampelung verunfallte der 43jährige Kradfahrer.” Mehr solche Worte! Und niemals “Public Viewing” schreiben. Wie ich vom Verein für Deutsche Sprache lernte, bedeutet das im Englischen nämlich “öffentliche Leichenschau”. Darf also höchstens bei Spielen der österreichischen Nationalelf verwendet werden.

Nachtrag zu 26. November

11. Dezember 2007

Fortuna Düsseldorf hat wohl aus gutem Grund zu ihrem Hooligan-Problem geschwiegen (siehe Blog-Eintrag 26. November): Am vergangenen Samstag wurden zwei Hooligans festgenommen. Sie sollen aus dem Fortuna-Block eine Leuchtrakete aufs Spielfeld geworfen haben. Nach der Winterpause werde ich meine Interview- und Dreh-Anfrage an Fortuna wiederholen…

Wir sagen auch nichts

11. Dezember 2007

Schweigen scheint momentan Gold zu sein. Nicht nur die Fortuna (siehe letzter Blog-Eintrag), sondern auch die Museumsverantwortlichen in NRW schweigen lieber. Aus gutem Grund. Tausende Kunstwerke sollen aus NRW-Museen verschwunden sein. “Ein Millionenschaden”, sagte mir Ulli Seegers vom Art Loss Register, das sonst verschollenen Picassos nachspührt. Viele Werke sollen von Amtsleitern und Bürgermeistern einfach mit nachhause genommen worden sein. Also kein Wunder, dass außer der Stadt Soest keine Stadt in NRW mit mir darüber reden wollte. Nun ist Soest nicht besonders offen, aber ein Bürger hat so lange Druck gemacht bis die Stadt ihr Schweigen brach und nun nach den Werken fahndet. Den Schweige-Beitrag gabs vergangenen Woche bei Westpol, diese Woche berichte ich für WDR 2.

Ich sag’ dann mal nichts

26. November 2007

Drehverbot im Stadion. Schweigegelübde des Vorstands. Fortuna Düsseldorf hat dann mal besser nichts gesagt als ich über Krawalle bei 3.Liga-Spielen berichten wollte. Düsseldorf hat laut Polizei eine besonders eifrige Hooligan-Anhängerschaft, von der sich der Verein im einzigen kleinen Gespräch, das stattgefunden hat, nicht mal ausdrücklich distanziert hat. “Natürlich ärgert uns das, aber…”, war die lapidare Antwort. Alle weiteren Interviewanfragen wurden geblockt, versprochene Rückrufe nicht eingehalten und zur Krönung wurde uns noch ein Drehverbot im Stadion auferlegt. Stattdessen darf die Polizei die Drecksarbeit machen, weil für Fortuna und den DFB die Verantwortung außerhalb des Stadions endet. So gemauert hat lange kein Interviewpartner, den ich angefragt hatte. Die 350.000 Euro allein für Personalkosten, die der Polizeieinsatz beim Spiel Fortuna gegen Rot-Weiß Erfuft gekostet hat, dürfen wir aber brav von unseren Steuern bezahlen.

Geiselnahme

5. November 2007

Diese Runde hat auch schon mal fröhlicher ausgesehen. “Diese Bilder kauft mir doch niemand ab”, klagt der freie Kameramann, “Grr, ich wollte endlich mal wieder einen schönen Beitrag machen”, raunzt die Radioreporterin. “Dafür bin ich so weit rausgefahren”, ergänzt der Zeitungsreporter, “Mir geht’s auch schon ganz schlecht”, denke ich. Die vermeintliche Geiselnahme entpuppte sich in diesem Moment nur als Aktion eines Durchgeknallten, der in seiner Wohnung randaliert. Dafür schickt die Polizei ein SEK und umstellt eine Hochhaus-Siedlung. Also fahren wir nachhause und werden unseren Lesern, Hörern und Zuschauern betroffen berichten: “Glücklicherweise hatte der Mann keine Geiseln genommen.”

Der Zuschauer hautnah

26. Oktober 2007

Das Internet-Zeitalter hat unseren Job gehörig verändert. Seit ein paar Stunden erhalte ich Dutzende Mails von Flughafengegnern, denen ein Bericht von mir nicht gefallen hat. Auf einem Symposium zur Zukunft des Dortmunder Flughafens haben sie mit lautstarken Protesten reagiert. Das habe ich gezeigt. Nicht mehr, nicht weniger, aber offenbar schon zu viel. Das zeigt aber einmal mehr, dass der Zuschauer näher an die Macher gerückt ist. Das finde ich auf jeden Fall besser als bei einer anderen Auseinadersetzung vor einigen Jahren. Da hatte ich über Raser berichtet, die in ihren getunten Fahrzeugen mit einer Höllengeschwindigkeit durch die City rasen. Nach der Ausstrahlung standen gut zwei Dutzend Mopedkette schwingend vor dem Studio. Da doch lieber Diskussionen per Mail.